Das Zweite Kommen Jesu    
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Sonstiges


Einige Aspekte, insbesondere aus dem Buch der Offenbarung, werden im Folgenden näher behandelt:

- Die Frau auf dem Tier (I.)
- Die zwei Zeugen (II.)
- Die Frau und der Drache (III.)
- Die Gerichte (IV.)
- Die Dauer der antichristlichen Herrschaft (V.)


I. Die Frau auf dem Tier

In Kapitel 17 der Offenbarung begegnet uns eine interessante und merkwürdige Gestalt zugleich:
Eine Frau, die auf dem Tier sitzt (V.3 – vgl. „Der Antichrist“). Zugleich sitzt sie auf 7 Bergen (zusätzliche Bedeutung der 7 Köpfe - V.9). Sie ist betrunken vom Blut der Heiligen (V.6) und wird schließlich vom Antichristen und seinen Königen vernichtet (V.16). In Vers 1 wird sie „die große Hure" genannt, auch „das große Babylon“ später in Vers 5. Erklärend fügt Vers 18 hinzu, dass diese Frau die Stadt darstellt, welche die Herrschaft hat über die Könige der Erde. In Vers 15 wird die Bedeutung der Wasser erwähnt, an denen die Frau sitzt: Es sind Völker und Nationen.

Allgemeines:
Wieder ist das Alte Testament zum Verständnis unerlässlich.
In Hesekiel 23 begegnen uns zwei Frauen, die in symbolischer Weise als Huren beschrieben werden. Hesekiel 23,4 sagt, dass es sich bei diesen Frauen um Samaria und Jerusalem handelt. Aus dem Zusammenhang wird aber deutlich, dass hier nicht nur das Verhalten dieser beiden Städte aufgezeigt wird, welche durch Frauengestalten symbolisiert werden, sondern das Verhalten des ganzen Volkes. Die Darstellung von Städten bzw. Völkern als Frauengestalten kommt in der Bibel öfters vor (vgl. etwa „Tochter Zion“, „Tochter Jerusalem“ etc.). Der Hauptkritikpunkt, der als Hurerei bezeichnet wird, ist die Untreue des Volkes gegen Gott, die sich v.a. im Götzendienst zeigt (siehe V.30.37.49). Diese Symbolik gilt nicht nur für Gottes Volk, sondern wird in Nahum 3,4 auch für die Zauberei von Ninive verwendet.

Zusammenfassend:
Der Begriff „Hurerei“ drückt, wenn geistlich verwendet, Untreue gegen Gott aus, insbesondere durch Götzendienst/Zauberei.
Die Symbolisierung einer Frau als Stadt muss nicht streng auf diese Stadt beschränkt bleiben, sondern kann auch für die Leute im Umfeld dieser Stadt gelten.

Zur Deutung:
Nachdem das allgemeine Verständnis klar ist, liefert Off. 17,18 den entscheidenden Hinweis:
Die Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige der Erde, war zur Zeit der Abfassung der Offenbarung die Stadt Rom. Hierfür spricht auch der (wenn auch immer wieder abgelehnte) Hinweis auf die sieben Berge (Vers 9). Die Deutung der Köpfe als sieben Könige ist die zweite Bedeutung und von der ersten textlich klar getrennt. Rom ist die klassische Stadt der sieben Hügel. Weiterhin war Babylon in neutestamentlicher Zeit vermutlich auch ein Deckname für Rom (1.Petr. 5,13).
Zu beachten ist, dass das Tier die Frau trägt, was auf eine enge Verbindung hindeutet, dennoch ist die Frau mit dem Tier nicht identisch, was alleine schon dadurch zum Ausdruck kommt, dass die Frau schließlich vom Tier vernichtet wird. Daher kann die Frau nicht einfach das Volk Roms bzw. das Volk des antichristlichen Weltreiches symbolisieren. Sie hat offensichtlich einen großen Einfluss auf die Völker (siehe V.15), scheint aber nicht selbst eine politische Nation zu repräsentieren (17,2; 18,3).

Auf was also könnte sich dies beziehen?
Vieles spricht dafür, in dieser Gestalt eine Symbolisierung der abgefallenen Kirche der Endzeit zu sehen, eine Kirche/Vereinigung, die ihren Sitz in Rom hat. Es ist durchaus denkbar (ja sogar wahrscheinlich), dass auch andere Religionen und Ideologien Eingang finden, eine Weltreligion also, passend zu der Welteinheitsherrschaft. Nachdem sie sich zuerst mit dem antichristlichen System verständigt hat (Frau sitzt auf dem Tier) und die wahren Gläubigen verfolgt (V.6), wird sie schließlich von dem Antichristen vernichtet. Natürlich ist es Gott, der sie richtet (Off. 18,8), er bedient sich dabei aber des Antichristen als Werkzeug (17,16).

Für diese Sichtweise der Bedeutung der Frau spricht neben der grundlegenden Symbolik und den allgemeinen Informationen insbesondere:
- Die Stellung dieses Abschnittes im Kontext und die einleitende Wortwahl. Gleich nach der Beschreibung des Gerichts über die Hure ist von der Hochzeit des Lammes mit seiner Braut (= wahre Gemeinde) ab 19,7 die Rede. Johannes wird das Gericht über die Frau auf dem Tier von einem Engel der Schalengerichte mit den einleitenden Worten gezeigt: „Komm! ich will dir (...) zeigen (...)“ (17,1). Der (wahrscheinlich) selbe Engel zeigt ihm später (21,9ff.) mit den gleichen Worten einen abschließenden Blick auf die Braut.
- Das gute Harmonisieren mit dem öfters angekündigten großen Abfall der Endzeit (Mt. 24,10; 2.Thes. 2,3)
- Einzelheiten bei der Beschreibung des Gerichts. So heißt es von der Hure (18,23), dass in ihr die Stimme des Bräutigams und der Braut nicht mehr gehört wird. Zu ihren „Handelsgütern“ gehörten sogar Seelen von Menschen (18,13).

Am Ende der Zeit wird also eine gefallene und entartete Kirche sich mit dem Antichristen arrangieren, die wahren Gläubigen verfolgen und doch schließlich selbst durch die antichristliche Weltmacht vernichtet werden. Natürlich ist hier schon oft mit dem Finger auf diese oder jene Kirche gezeigt worden. Ich persönlich meine, dass sich die Trennlinie später einmal quer durch mehr oder weniger alle Kirchen und Gemeinschaften ziehen wird, wo man entweder Jesus und der Bibel die Treue hält oder nicht.


II. Die zwei Zeugen (Offenbarung Kapitel 11)

Wer sind diese beiden Männer?
Die Beschreibung als „zwei Ölbäume“ deutet auf Sacharja 4 hin. In dieser Vision sieht Sacharja einen goldenen Leuchter und zwei Ölbäume zur Rechten und Linken stehen. Auf dem Leuchter stehen eine Schale und sieben Lampen. An jeder Lampe ist eine (oder sieben - der Text ist schwer zu übersetzen) Röhren. Sacharja fragt nicht „Was ist das?“ (so Luther ungenau), sondern „Was sind diese?“. Die Bedeutung des Leuchters war ihm offensichtlich klar, es ist - das zeigt der Zusammenhang - mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Symbol für Israel.
Die Antwort auf die Frage von Sacharja erfolgt im zweiten Teil von Vers 10, die „Augen des HERRN", ein Bild für den Heiligen Geist (vgl. 1.Kor. 2,10; Off. 5,6). Dies passt auch gut zu den vorangehenden Versen, wo von dem Wirken des Heiligen Geistes gesprochen wird. Nach was hat Sacharja also gefragt? Sicher nicht nach den zwei Ölbäumen, eher nach den sieben Lampen. Lampen oder Fackeln sind ja auch ein Bild des Heiligen Geistes, der alles erleuchtet (Off. 4,5).
Erst in Vers 11 fragt er nach den zwei Ölbäumen und nach den beiden Zweigbüscheln, die durch die goldenen Röhren das Öl hinabfliesen lassen. Da Sacharja aber nur eine Antwort erhält, handelt es sich wohl um dasselbe. Es sind, so der Engel, die beiden Gesalbten (wörtlich: Söhne des Öls), die vor dem Herrscher aller Lande stehen.
Zur Deutung hilft nun ein weiterer Blick in das Alte Testament:
In Israel wurden sowohl der König, als auch der/die Priester gesalbt. Da auch kurz zuvor von Serubbabel (als Statthalter) und Joschua (als Hohepriester) gesprochen wurde, scheint es sich bei diesen Gesalbten um den König und den Priester Israels zu handeln. Beide repräsentieren den Messias und beide waren für das geistliche Wohlergehen des Volkes Israels (= Leuchter) verantwortlich. Waren sie geisterfüllt, so „floss“ der Heilige Geist auch in das Volk und konnte dort brennen (Lampen).

Ist in der Offenbarung von den exakt gleichen Personen die Rede?
Die Verwendung des bestimmten Artikels und der Wendung („die vor dem Gott der Erde stehen“) scheint dies zuerst nahe zu legen.
Dagegen spricht aber, dass es auch Unterschiede in den Einzelheiten gibt:
So ist in der Offenbarung von zwei Ölbäumen und zwei Leuchtern, nicht von zwei Ölbäumen neben einem Leuchter die Rede. Daher wird es bei diesem Bild wohl eher um grundlegende symbolische Aussagen über das Wesen dieser zwei Zeugen gehen. Sie sind überfließend voll des Heiligen Geistes, sie sind zwei Leuchter in einer dunklen Welt. Sie stehen vor Gott, d.h. sie haben direkten Zugang zu ihm. All das gilt grundsätzlich natürlich für jeden Gläubigen, für diese zwei Zeugen aber in ganz besonderer Weise. Die Plagen, die sie bewirken, haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Wirken von Mose und Elia, daher haben manche Ausleger gefolgert, es würde sich hier um Mose und Elia handeln. Solch eine Auslegung hat allerdings einige theologische Schwierigkeiten.

Vermutlich sind es also keine bereits erschienene Personen, sondern vielmehr zwei Männer, die in den letzten Tagen von Gott ins Prophetenamt berufen und mit besonderer Vollmacht ausgestattet werden.


III. Die Frau und der Drache (Offenbarung Kapitel 12)

Kurz zuvor, am Ende des 11.Kapitels, blies der Engel die 7. Posaune, die Gottes Heilsplan zum Abschluss bringt. Was liegt näher, als diesen Heilsplan nochmals symbolisch zu betrachten?

Manchmal wird diese Frau als das Volk Gottes oder als die Gemeinde identifiziert, aber das ist nicht genau genug. Hier handelt es sich um das Volk Israel, genauer gesagt um den Teil des Volkes Israel, der an Gott bzw. an Jesus glaubt. Wie schon oben beim Gericht über Babylon erwähnt, war es gängige Praxis, das Verhältnis Gottes zu seinem Volk im Bild von Mann und Frau symbolisch auszudrücken. Die hier verwendete Symbolik Sonne, Mond und insbesondere die zwölf Sterne, weist eindeutig auf Israel hin (vgl. Josefs Traum in 1.Mose 37,9.10). Dies ergibt sich auch aus der Reihenfolge Israel - Jesus - Gemeinde (zur Zeit der Geburt Jesu gab es schlichtweg keine Gemeinde, die ihn hätte erwarten/herbeisehnen können). Der Drache ist leicht als Satan zu identifizieren (so Vers 9). Er herrscht über die sichtbaren und unsichtbaren Mächte dieser Welt (Lk. 4,5.6; Eph. 6,12). Ausgedrückt durch die sieben Häupter mit Kronen und den zehn Hörnern. Er wirft nicht Sterne aus dem Kranz der Frau, sondern allgemein aus dem Himmel zu Erde. Stern kommt in der Offenbarung in der Bedeutung eines Engels vor, so dass dies wohl den Sturz der Engel nach dem Fall Satans beschreibt. Bei „ihrem“ Kind (Jesus stammte aus dem Volk der Juden und war zuerst zu ihnen als der Messias gesandt - Joh. 4,22; Mt. 15,24) handelt es sich ganz eindeutig um Jesus Christus. Die Wendung „mit eisernem Stabe weiden“ kommt wortwörtlich noch in Kap. 2,27.28 und 19,15 vor und bezeichnet immer die Herrschaftsausübung durch Jesus (bzw. im ersten Fall auch der von Jesus beauftragten Gläubigen).

Nach Jesu Tod und Auferstehung wurde er (natürlich nicht als mehr als Kind) zu Gott „entrückt“, alle Versuche des Feindes seinen Dienst vorzeitig zu beenden, schlugen fehl.

Wann ist oder war der Zeitpunkt des beschriebenen Kampfes?
Jesus machte deutlich, dass nach seinem Tod und seiner Auferstehung der Fürst dieser Welt gerichtet ist, da ihm dann sämtlicher Machtanspruch entzogen ist (Joh. 16,7-11). Mit diesem Gericht einhergehend war auch sein Sturz aus dem Himmel (Joh. 12,31; Lk. 10,18). Also spielte sich dieser Kampf kurz nach Jesu Sieg bereits ab! Noch aber macht Gott von dieser Macht in Bezug auf die Erde noch nicht vollen Gebrauch (Off. 12,12), dies geschieht erst bei der 7. Posaune (siehe hierzu unten Punkt IV.).

Das Fliehen der Frau in die Wüste mit Hilfe der Adlerflügel erinnert an den Auszug aus Ägypten und Gottes Fürsorge für Israel (2.Mo. 19,4). Die angegebene Zeit von 1260 Tagen bzw. 42 Monaten ist die Zeit der offenbaren antichristlichen Herrschaft (siehe Punkt V.); Vers 6 findet daher zeitlich wie V.14 statt. Einige Detailangaben sind schwierig zu verstehen, aber auf jeden Fall wird Gott die messianischen (d.h. Jesus-gläubigen Juden) in der Zeit der antichristlichen Trübsal in einer besonderen Weise bewahren.


IV. Eine Zusammenfassung über den endzeitlichen Ablauf gemäß der Offenbarung

1. Die Siegelgerichte
Mit den Siegelgerichten (Kap. 6) beginnt die eigentliche Endzeit.
Aus dem Zusammenhang wird deutlich, dass es sich bei dem versiegelten Buch um die Vollendung des Heilsplanes Gottes handelt. Niemand kann ihn vollenden außer Jesus, der dafür gestorben und auferstanden ist (Off. 5,5).

1. Siegelgericht - weißes Pferd, siegreicher Reiter mit Bogen und Krone
2. - rotes Pferd, Reiter mit Schwert nimmt Frieden hinweg
3. - schwarzes Pferd, Reiter mit Waage bewirkt Verteuerung
4. - fahles Pferd, Reiter „Tod“ tötet ¼ der Weltbevölkerung

Bei diesen ersten vier Siegeln handelt es sich um die symbolische Darstellung von Vorgängen in der unsichtbaren Welt, die Auswirkungen auf die sichtbare Welt haben. So erscheint z.B. in Sach. 1,7-17 der Engel des Herrn als Reiter auf einem roten Pferd, dem andere Bericht erstatten, die in Gottes Auftrage die Erde durchzogen haben. Da der Ablauf dieser ersten vier Siegel völlig parallel ist (immer ruft eines der Wesen, immer wird dem Reiter die jeweilige Macht erst gegeben) und der vierte Reiter als „Tod“ identifiziert ist, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei den anderen Reitern um Gestalten und Mächte des Feindes. Sie können nichts aus sich tun, werden aber gerufen und ausgerüstet, um Gottes Willen zu erfüllen. Auffallend ist die unterschiedliche Farbe der Pferde, die zu dem jeweiligen Auftrag der Reiter passt. Bei den Wesen, die beim Öffnen der ersten vier Siegel rufen, handelt es sich um himmlische, engelähnliche Wesen, die Gottes Gefolgschaft bilden (Off. 4; Hesek. 1; 10). Wenn die Auslegung stimmt, dass mit dem ersten Reiter der Antichrist gemeint ist, dann bildet sein Auftreten auf der Bühne der Weltgeschichte den Anfang der Endzeit im engeren Sinne.

5. - Blick auf die Seelen der Märtyrer
6. - großes Erdbeben, Sonne wird schwarz, Mond zu Blut, Sterne fallen vom Himmel, der Himmel weicht zurück

Diese Ereignisse leiten in besonderer Weise den „Tag des Zornes“ ein. Der Prophet Joel sagt in 3,4, dass die Sonne finster und der Mond zu Blut wird, ehe der Tag des Herrn kommt. Der Ausdruck „Tag des Herrn“ kann sich sowohl auf historische Ereignisse beziehen, die durch Gottes Eingreifen gekennzeichnet sind (so z.B. Am. 5,18 - Israels Zerstörung durch die Assyrer), als auch (meist) auf Jesu Wiederkunft mit den vorausgehenden Gerichtsereignissen. Viele Propheten sprachen von einem großen, zukünftigen Gottesgericht über die Erde (Jes. 13,9-12; 24,1-13; 34,1-4; Zef. 1,2.3), für das die schon historisch stattgefundenen Gerichte nur Vorabbildungen sind.


2. Die Posaunengerichte (Kap. 8; 9)
1. Posaune - Hagel und Feuer verbrennt 1/3 der Erde
2. - ins Meer stürzender Berg vernichtet (Blut) 1/3 der Fische und Schiffe
3. - Stern mit Namen Wermut macht 1/3 der Wasserquellen zu Wermut
4. - 1/3 der Sonne, des Mondes und der Sterne verliert den Schein
5. – „Heuschreckenheer“ quält die Menschen, die nicht Gottes Siegel haben, fünf Monate lang

Zur 5. Posaune:
Mehrere Sachen sind hier von Bedeutung:
Die Heuschrecken müssen „selektiv“ vorgehen (9,4): Die in Gottes Auftrag Versiegelten werden verschont. Wer sind diese? Zunächst die in 7,1-8 genannte Auswahl aus den Israeliten. Dann aber natürlich auch die Gläubigen aus den Nationen, denn jeder, der an Jesus glaubt, ist bereits versiegelt (Eph. 1,13). Man kann diese Stelle daher nicht als Beleg dafür anführen, dass die Entrückung hier schon erfolgt sein müsste, siehe auch unten. Des Weiteren ist dies die einzige Stelle, in der ausdrücklich die Dauer eines Gerichtes angegeben ist (5 Monate - 9,10). Die Beschreibung der Heuschrecken, sowie die Tatsache, dass sie einen gefallenen Engel als König haben (9,11) und auch selbst aus dem Abgrund (siehe oben) kommen (9,2.3) machen klar, dass es ein Dämonenheer ist.

6. Posaune - vier (vermutlich gefallene) Engel töten durch ein (Dämonen-)Heer 1/3 der Menschen

Zur 7. Posaune (11,15-18):
In Off. 10,7 heißt es, dass in den Tagen der letzten Posaune Gottes Geheimnis vollendet ist. Dieser Ausdruck „Gottes Geheimnis“ kommt noch in 1.Kor. 2,1 vor und meint den ganzen Heilsplan Gottes, an dem nun auch die Heiden beteiligt sind (Eph. 3,3-6).
Dies schließt vor allem zweierlei ein:
Beim Blasen der 7. Posaune wird im Himmel ausgerufen, dass die Welt nun Gott gehört und er seine Macht an sich genommen hat und herrscht. Jetzt erst zeigt Gott seine Macht unverhüllt und macht von ihr uneingeschränkten Gebrauch. Zuvor war Satan (auch nach Jesu Sieg am Kreuz und seinem Sturz aus dem Himmel) immer noch der „Fürst dieser Welt“ (Joh. 12,31; 16,11; Eph. 6,12; 1.Petr. 5,8), nun tritt aber Gott seine Herrschaft auch über diesen Bereich, auf den er bisher noch freiwillig verzichtet hat, an; ihm gehören nun die Reiche der Welt (Off. 11,15).
Weiterhin sagte Jesus, dass er seine Kinder durch Engel mit Posaunen sammeln wird (Mt. 24,31). Paulus schließlich schreibt (1.Kor. 15,52), dass beim letzen Posaunenschall die Auferstehung der gläubigen Toten und die Verwandlung der noch Lebenden erfolgen. In 1.Thes. 4,15ff. gibt Paulus noch genauer an, dass die lebenden und die auferstandenen Gläubigen nach dem Erschallen der Posaune entrückt werden, dem wiederkommenden Herrn entgegen. Hier bei der letzten Posaune findet also erst die Entrückung statt. Wenn auch später in Offenbarung 20,4 nur von den Märtyrern der Endzeit ausdrücklich die Rede ist, so werden nach den obigen Stellen doch alle Gläubigen bei dieser Auferstehung dabei sein. Die allgemeine Auferstehung findet dagegen erst nach dem 1000-jährigen Reich statt (Off. 20,5.12ff.). Siehe zu Entrückung und Auferstehung auch das Kapitel „Ausblick“.


3. Die Schalengerichte (Kap. 15; 16)
1. Schale - Geschwür befällt die Menschen mit dem Zeichen des Tieres
2. - Meer wird zu Blut, alle lebendigen Wesen sterben
3. - alle Wasserströme werden zu Blut
4. - Sonne versengt die Menschen
5. - das Reich des Tieres wird verfinstert
6. - die Armeen des Antichristen und aller Könige versammeln sich bei Harmagedon
7. - ein großes Erdbeben und großer Hagel vernichtet die Städte, Gericht über Babylon

Die Schalengerichte schließen Gottes Gericht ab, danach kommt der Herr (19,11ff.)
Jesu Wiederkunft und Sieg über den Antichristen befreit zugleich Israel aus äußerster Not, denn die Schlacht bei Harmagedon (Berg von Meggido) ist nichts anderes als das in Sacharja und anderen Stellen beschriebene Eingreifen Gottes, um Israel vor der drohenden Vernichtung zu bewahren. Der Kampf der Völker gegen Israel ist also letztlich der Kampf des Antichristen gegen Gott.

Bzgl. der Reihenfolge darf als sicher gelten, dass die Schalengerichte zuletzt erfolgen und die Gemeinde nicht mehr treffen werden. Unklar ist dagegen, ob die Posaunengerichte den Siegelgerichten folgen oder mit diesen mehr oder weniger parallel ablaufen.


V. Die Dauer der (offenbaren) antichristlichen Herrschaft

Für diese Zeit wird finden sich vier verschiedenen Ausdrücken in der Bibel:

- Zeit, Zeiten und halbe Zeit (Dan. 7,25; 12,7; Off. 12,14)
- 42 Monate (Off. 11,2; 13,5)
- 1260 Tage (Off. 11,3; 12,6)
- halbe (Jahr-)Woche (Dan. 9,27)

Mit am deutlichsten ist Off. 13,5, wo es heißt, dass die Macht des Antichristen 42 Monate lang währt. Aus dem Zusammenhang (Anbetung, Lästerung) muss es sich hier um die Zeit der offenbaren Herrschaft als Antichrist handeln, die insbesondere auch durch eine Verfolgung Israels gekennzeichnet sein wird. So sagt auch Off. 11,2, dass das Zertreten der Heiligen Stadt 42 Monate lang erfolgt. Dieses Zertreten geschieht notwendigerweise erst nach dem Bruch des Bündnisses, so dass die halbe Jahrwoche aus Dan. 9,27 mit den 42 Monaten gleichzusetzen ist. Ebenso aber auch der Ausdruck „Zeit, Zeiten und halbe Zeit“ und die Angabe von 1260 Tagen, denn auch dies bezeichnet die Zeitspanne, in der Israel von dem Antichristen bedrängt wird (Dan. 7,25; 12,7; Off. 12,6.14).

Alle diese Ausdrücke stellen also letztlich 3 ½ Jahre dar; die Zeitspanne, in welcher der Antichrist den Bund mit Israel gebrochen hat und seine Herrschaft als Antichrist offen ausübt.

 
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